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2010 - Mit dem Wetter um die Wette arbeiten
Ein Rückblick über die Gegebenheiten eines ungewöhnlichen Jahres mit positivem Ausgang für die Qualität. Ein Jahrgang der kühle Köpfe, reife Entscheidungen und sonnige Gemüter verlangte.
Was tun, wenn nach einem kalten und relativ schneereichen Winter auch der Frühling mit kühlen Temperaturen und Feuchtigkeit ins Land zieht? Wenn durch die Witterung die Blüte stark beeinträchtigt wird und sich der Traubenansatz schon am Beginn des Jahres als bescheiden abzeichnet? Nun, wir wussten, dass wir alle Kräfte auf die handwerkliche Pflege der Reben konzentrieren mussten. Es galt dem vielfach wechselndem Wetter immer einen Schritt voraus zu sein, ganz besonders beim Laubmanagement.
Der herbeigesehnte Sommer brachte bezüglich Temperaturen zunächst keine merkliche Verbesserung zum Frühjahr. Wenn so in den Beeren zunächst die Reife zurückblieb, gewannen sie jedoch im Gegenzug in der Fruchtausbildung. Von den wenigen Sonnentagen profitierten speziell die Top-Lagen wie der Nussberg und die Ried Alsegg und holten in der Reife auf. Der Spätsommer brachte noch einmal eine kurze heiße Phase, was schließlich auch in den kühleren Lagen half die notwendige Reife zu erzielen.
Es folgte ein feuchter Herbst, der für die Lese eine große Herausforderung mit enormem Arbeitsaufwand darstellt. Nur durch mehrfache Lese-Durchgänge konnten wir reifes und gesundes Traubenmaterial ernten. Wer, wie wir, den Mut hatte noch einige Trauben am Weinstock zu belassen, konnte mit dem Föhneinbruch Ende Oktober schlussendlich fantastische Reserve- und Süßweine ernten. Schon kurze Zeit später erreichte der erste Frost die tieferen Lagen, ließ die Blätter abfallen und beendete damit die Vegetationsperiode. Die eingebrachte Lesemenge ist, wie schon im Verlauf des Jahres erwartet, im Schnitt um 35 bis 40 Prozent geringer als in durchschnittlichen Jahresvergleich.
Rückblickend haben sich in diesem Jahrgang Weine mit wunderschönen Fruchtaromen entwickelt, die eine lebendige und knackige Säurestruktur aufweisen. Attribute, die sehr lagerfähige Weine erwarten lassen. Die kräftigen Lagenweine konnten bei uns erst Ende Oktober geerntet werden, dann aber von hoher Qualität. Ihre elegante und finessenreiche Art macht schon jetzt viel Spaß und ihre weitere Entwicklung ist höchst versprechend. Die leichteren Weine zeigen sich sehr aromatisch und bieten mit einer erfrischenden Säure viel Trinkanimo. Eine Besonderheit in diesem Jahr sind zudem die Weine aus den geernteten Trockenbeeren. Wenn wir nun die verschiedenen Weine in unserem Keller verkosten, belohnt uns die Freude über das geglückte Ergebnis für jede Mühe.
